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Projektleiter: Univ.Doz. Dr. Erich M. Pötsch

Die Erzeugung von Biogas aus der Vergärung von Wirtschaftsdüngern und organischen Co-Substraten verzeichnete in den letzten Jahren einen starken Zuwachs in der österreichischen Landwirtschaft. Derzeit sind in Österreich bereits knapp 280 Biogasanlagen in Betrieb und sorgen für einen beachtlichen Zuwachs in der Nutzung erneuerbarer Energie.

Neben der Produktion von Biogas, das im angeschlossenen Blockheizkraftwerk zu Wärme und elektrischer Energie umgesetzt wird, entsteht im Rahmen des Gärprozesses auch ein stoffliches Endprodukt, nämlich die so genannte Fermentationsrückstände. Diese werden in der Praxis, ähnlich den flüssigen Wirtschaftsdüngern Gülle bzw. Jauche, auf landwirtschaftlichen Nutzflächen zur Nährstoffversorgung unterschiedlicher Kulturpflanzen eingesetzt.

Hinsichtlich eines sach- und umweltgerechten Einsatzes der Fermentationsrückstände stellen sich dazu eine Reihe von zentralen Fragen:

  • stoffliche Zusammensetzung (Hauptnährstoffe, Spurenelemente, Schwermetalle, organische Schadstoffe)
  • Wirksamkeit der Nährstoffe (insbesondere der düngerrelevanten Hauptnährstoffe N, P, K) unter Berücksichtigung von Ertragsquantität und -qualität
  • Nährstoffabgasungs- und auswaschungspotential
  • Ausbringungseigenschaften (Geruch, Ablauf-, Infiltrationsverhalten)
  • Hygienestatus

In einer Österreichweiten Beprobung von landwirtschaftlichen Biogasanlagen wurden Fermenationsrückstände auf ihren Gehalt an Nährstoffen, Spurenelementen, Schwermetallen und Hygienestatus untersucht. Zentrale Ergebnisse des Projektes waren:

  1. der im Biogasprozess entstehende Fermentationsrückstand stellt für den Betrieb einen wertvollen organischen Dünger dar, der gegenüber unfermentierten Wirtschaftsdüngern einige spezifische Besonderheiten aufweist. So handelt es sich um einen sehr gut wirksamen Mehrnährstoffdünger, der auf Grund des engen CN-Verhältnisses rasch abgebaut wird und einen höheren Anteil an leicht löslichem und pflanzenverfügbarem Stickstoff beinhaltet.
  2. deutlich verbessert sind auch wichtige Ausbringungseigenschaften wie Ablauf- und Infiltrations­verhalten und die aus der Sicht der Nichtlandwirte besonders häufig kritisierte Geruchsintensität.
  3. bedingt durch den Einsatz externer Co-Substrate, kann es zu Problemen im Gehalt an Schwermetallen sowie im Hygienebereich kommen.
  4. als zusätzlicher, positiver Effekt der Fermentation konnte die rasche Reduktion der Keimfähigkeit von Ampfersamen nachgewiesen werden, wodurch es zu einer wirksamen Unterbrechung des innerbetrieblichen Samenkreislaufes kommt.
  5. die in einem mehrjährigen Feldversuch geprüfte Ertragsleistung auf Dauergrünland zeigt eine, verglichen mit einer mineralischen Volldüngung, sehr gute Ertragsleistung der Biogasgülle, die sich aber nicht von jener der unfermentierten Rindergülle unterscheidet.
  6. durch den Einsatz von Biogasgülle besteht bei dem untersuchten Düngungsniveau von 120 kg N/ha und Jahr kein erhöhtes Risiko einer Nitratauswaschung.

Weitere Informationen zur Projektabwicklung gibt es in der Datenbank für Forschung und nachhaltige Entwicklung (Dafne) -> Link

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Nährstoffgehalt von Gärrückständen aus landwirtschaftlichen Biogasanlagen

Pötsch Erich M. (2001 - 2004)