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Rinderfütterung

Silagefütterung im Sommer
Wir bewirtschaften einen Grünlandbetrieb (Zone III), 2/3 Silorundballen und 1/3 Heu und Grummet. Wir füttern auch im Sommer Silage zusätzlich zur Tagesweide. Wegen der Siloerwärmung (Schimmel) breiten wir die Silage am Tennenboden bis zu 7 Tage lang aus. Ist Silage auch zur Fütterung einer abkalbenden Kuh geeignet? Oder wäre Heu und Grummet besser? Wie viel Kraftfutter (Garant Kuhkorn HE III) soll vor und nach der Abkalbung gefüttert werden?"

Grundsätzlich spricht nichts gegen eine Verfütterung von Silage zusätzlich zur Tagesweide im Sommer. Allerdings muss die Silage einwandfrei, d. h. frei von Schimmel sein! Die Verfütterung von lediglich einem Siloballen über einen Zeitraum von bis zu 7 Tagen deutet jedoch auf eine viel zu geringe Abnahmemenge pro Tag hin. Silage kann über einen so langen Zeitraum speziell im Sommer nicht stabil gehalten werden - ich würde unter diesen Bedingungen daher dringend von einer Verfütterung von Silage im Sommer abraten. Verdorbene Silage darf nämlich auf keinen Fall verfüttert werden auch nicht an Jungvieh. Als die am besten geeignete Beifütterung zur Tagesweide würde ich am ehesten älteres aber einwandfreies Heu sehen. Dies hätte nämlich zusätzlich den Vorteil, einen im Sommer - durch die Verfütterung von sehr jungem Weidegras mit einem niedrigen Rohfaseranteil - sehr leicht auftretenden Strukturmangel zu verhindern.
Auch an abkalbende Kühe kann ohne weiteres Silage verfüttert werden. Hier ist jedoch noch mehr auf die Qualität der angebotenen Silage zu achten. Die Tiere befinden sich zum Zeitpunkt der Abkalbung in einer Umstellungsphase, die einen großen Stress für das Tier bedeuten. Daraus resultierend ist die Futteraufnahme zu diesem Zeitpunkt meist nicht optimal. Umso mehr muss daher darauf geachtet werden, dass die angebotenen Futtermittel in dieser Phase von bester Qualität und natürlich immer auch hygienisch einwandfrei sind. Nur so kann man einer Kuh einen guten Start in eine neue Laktation ermöglichen. Sollte die Silage also nicht wirklich in Ordnung sein, würde ich die Verfütterung des besten am Betrieb zur Verfügung stehenden Raufutters (Heu oder Grummet) empfehlen. Mit der Anfütterung von Kraftfutter sollte man, abhängig von der Rasse und der Leistung, ca. 1 - 2 Wochen vor dem errechneten Abkalbetermin beginnen. Die verabreichte Menge sollte zu Beginn 0,3 bis 0,5 kg/ Tag nicht überschreiten. Sie kann jedoch täglich um etwa 0,3 kg auf bis zu etwa 2,5 bis 3 kg/ Tag gesteigert werden. Nach der Abkalbung wird dann in 0,3 bis 0,5 kg - Schritten bis zur maximalen Kraftfuttermenge weitergesteigert. Die maximale Kraftfuttermenge orientiert sich wiederum nach der Milchleistung, nach der Qualität der angebotenen Grundfuttermittel und natürlich auch danach, wie viel Kraftfutter man gewillt ist einzusetzen. Für eine Milchleistung um die 30 kg Milch sind jedenfalls auf alle Fälle ca. 6 - 8 kg Kraftfutter notwendig.
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Durchfall bei Kühen

Wir bewirtschaften einen Milchwirtschaftsbetrieb (Anbindehaltung) mit 8 Kühen. Seit ungefähr einem Jahr beobachten wir, dass der Kot der Tiere meist sehr dünn ist, so dass von Kuhfladen nicht mehr gesprochen werden kann. Da wir uns keine Erklärung geben können - es wurde bei der Fütterung bzw. beim Futter nichts geändert - ersuchen wir um Ihren Rat.

Wir füttern dreimal täglich zuerst Heu bzw. Grummet, anschließend die Ration Kraftfutter und dann Ballensilage. Meist kommt als „Nachspeise" wieder Grummet in den Futtertrog. Alle 2 Tage erhalten die Tiere zusätzlich eine Ration Mineralstoff. Salz wird nicht zusätzlich gereicht, denn das verschlimmert die Konsistenz des Kotes, er wird noch dünner.

Als Mineralstoff verwenden wir Rimin Phos der Firma Garant mit 6 % Calzium, 12 % Phosphor, 8 % Natrium und 10 % Magnesium. Als Kraftfutter wird Hochenergie - Milchfutter R-3 der Firma Uitz eingesetzt."

Sie schneiden hier ein Problem an, mit dem auch andere Betriebe zu kämpfen haben - der Kot der Tiere ist viel zu dünnflüssig! Scheinbar haben Sie in der Fütterung nichts geändert, als Grundfutter wird ausschließlich Heu und Grassilage eingesetzt und trotzdem tritt dieses Problem auf. Bevor Sie also daher ins Fütterungsregime eingreifen, sollten Sie sicherstellen, ob nicht ein Parasitenproblem vorliegt. Parasiten wie Leberegel, Magen- und Darmwürmer u. dgl. mehr können nämlich durchaus dünnflüssigen Kot bzw. Durchfälle verursachen. Setzen Sie sich deshalb bitte mit Ihrem Tierarzt in Verbindung und lassen Sie eine parasitologische Kotuntersuchung Ihrer Kühe durchführen. Sollte ein Problem vorliegen, so wird er Ihnen eine Therapie vorschlagen. Zusätzlich würde ich Ihnen empfehlen, in weiterer Folge mindestens einmal jährlich eine „Entwurmung" der Kalbinnen vorzunehmen.

Weitere Ursachen für dünnflüssigen Kot bzw. Durchfall könnten natürlich auch im Bereich des Grundfutters liegen. Ich bin mir zwar sicher, dass das bei Ihnen nicht der Fall ist, möchte aber nicht unerwähnt lassen, dass hygienisch nicht einwandfreies Futter (verschimmelt, verschmutzt oder zu feucht siliert) ebenso die beschriebenen Symptome hervorrufen kann, wie sehr junges, eiweißreiches Futter ohne entsprechenden Energieausgleich.

Bezüglich Fütterung sind für mich noch einige Fragen offen. Sie schreiben, dass die Kühe nach dem Heu bzw. Grummet ihre „Ration Kraftfutter" erhalten. Mich hätte interessiert, wie hoch diese „Ration" ist. Eine Kraftfutterteilgabe sollte auf keinen Fall 2 kg übersteigen. Liegt Ihre „Ration Kraftfutter" darüber, könnten Ihre Kühe nämlich unter Umständen unter einer Pansenazidose (Pansenübersäuerung) leiden. Diese wird einerseits durch zu hohe Kraftfuttermengen (mehr als 50 % der Gesamtfutteraufnahme) oder eben durch zu hohe Kraftfutterteilgaben verursacht. Bei qualitativ hochwertigem Grundfutter (sehr jung gemäht - niedriger Rohfasergehalt) kann es unter Umständen sogar schon früher zu einem Rohfasermangel und damit zu einer Acidose kommen. Pansenacidosen führen zu einer verminderten Futteraufnahme und einer schlechteren Nährstoff- insbesondere Mineralstoff- und Spurenelementaufnahme. Meist ist die Erkrankungsform schleichend, es fällt Ihnen möglicherweise nur auf, dass die Tiere den Kot dünnflüssiger absetzen oder sogar unter Durchfällen leiden. Sie könnten diese schleichende (latente) Form allerdings auch entdecken, wenn Sie sorgfältig die Ergebnisse der Milchleistungskontrolle studieren: Kühe, die ständig einen sehr niedrigen Fettgehalt bei gutem Eiweißgehalt aufweisen (Fett/Eiweißquotient unter 1,1) leiden vielfach an dieser „schleichenden Pansenazidose".
Sie verwenden eine Mineralstoffmischung, die üblicherweise für trockenstehende Kühe oder im letzten Laktationsabschnitt verwendet wird. Ob der Ca-Gehalt allerdings aber auch für den höheren Leistungsbereich ausreichend ist, kann nur mittels einer Futtermitteluntersuchung geklärt werden. Zusätzlich würde ich Ihnen empfehlen, die Mineralstoffgabe täglich zu verabreichen, wobei üblicherweise 50 - max. 120 g (in Ausnahmefällen bis 150g - je nach Milchleistung) ausreichend sind. Trotz des dünnflüssigen Kots würde ich Ihnen abraten, auf die Verabreichung von Viehsalz zu verzichten. Sie sollten Viehsalz aber auf keinen Fall zur freien Aufnahme zur Verfügung stellen, sondern täglich eine Gabe von etwa 20 bis 30g verabreichen.
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