Selengehalt und ausgewählte Inhaltsstoffe von Dinkel Drucken E-Mail

Der Anbau von Dinkel (Triticum spelta) hat seit seiner Wiederentdeckung vor rund 10 bis 15 Jahren in Österreich, Süddeutschland und Südtirol zugenommen.

 

 

 

 

Projektleiterin: DI Waltraud Hein

In der Schweiz hat der Dinkelanbau seit Jahrhunderten Tradition und dadurch auch einen viel höheren Stellenwert. In Österreich wurde diese Entwicklung durch ein allgemein gestiegenes Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung und eine Zunahme der biologisch wirtschaftenden Betriebe begünstigt, weil sich Dinkel gut für einen Anbau auch unter extensiveren Verhältnissen sowie für kühlere Standorte eignet (WINZELER und RÜEGGER,1990).
Dazu kommt, dass Dinkel spezielle Eigenschaften, im Hinblick auf seine stoffliche Zusammensetzung - im Vergleich zum Weichweizen - nachgesagt werden, die seine Verwendung als Lebensmittel so besonders wertvoll macht. Nachgewiesen ist ein höherer Proteingehalt bei Dinkel, verglichen mit Weichweizen, allerdings gibt es hier unterschiedliche Angaben über den absoluten Proteingehalt (CLAMOT,1984; WALTL et al.,1986; KLING,1989). Außerdem bestehen wesentliche Unterschiede zwischen nackten und bespelzten Dinkelkörnern (COUVREUR et al.,1987). In einzelnen Studien wurden verschiedene Inhaltsstoffe von Dinkel untersucht, allerdings liegen die meisten dieser Arbeiten Jahre zurück und beziehen sich nur auf eine einzige oder wenige Sorten (JACQUOT et al.,1960; ZÜLLIG,1984; LUFT et al.,1991; LAUBER und LEDL,1991; COORS et al.,1991; BOGNAR und KELLERMANN,1991; SCHENKEL,1991; LANTZSCH,1991). Schon im Mittelalter verwendete Hildegard von Bingen Dinkel als Medizinalpflanze, und auch heute werden Dinkel diätetische Eigenschaften bestätigt (STREHLOW et al.,1991).
Das essentielle Spurenelement Selen, das mit der Nahrung aufgenommen wird, spielt eine wichtige Rolle bei der menschlichen Ernährung (MAYER, 1998). Die täglich benötigte Menge liegt zwischen 0,05 - 0,1 mg Se; tierische Lebensmittel enthalten wesentlich mehr Se als pflanzliche. Innerhalb der pflanzlichen Lebensmittel können Getreide, Hülsenfrüchte, Sojabohnen und Spargel mehr Selen enthalten (MÜLLER-WETTLAUFER,1991). Bei einem höheren Selengehalt in Dinkel als in Weizen könnten sich neue Möglichkeiten für Dinkel eröffnen und der Anbau interessanter werden. Grundsätzlich besteht aber eine enge Abhängigkeit zum Selengehalt des Bodens, und dieser ist in Österreich wie auch in ganz Europa sehr niedrig. Zu diesem Fragenkomplex liegen zwar Untersuchungen zum Selengehalt aus verschiedenen Ländern vor, zum Teil von unterschiedlichen Kulturen sowie auch von Böden (JOHNSSON,1991a und 1991b), von österreichischen Verhältnissen aber keine zu Dinkel.

 

Weitere Informationen zur Projektabwicklung gibt es in der Datenbank für Forschung und nachhaltige Entwicklung (Dafne) -> Link